Grußwort des Bürgermeisters Dr. Rudolf Opitz
Beste Wünsche zur 1000-Jahr-Feier
Die Chronik des Merseburger Bischofs Thietmar datiert aus dem Jahr 1009. Der Bischof hat Ereignisse seiner Zeit aufgeschrieben und kommentiert. Bei der Schilderung eines Streites zweier Adliger erwähnt er ganz beiläufig den Namen der Burg Tangermünde und erläutert die Lage der Burg mit der Bemerkung: "Dort, wo der Fluss Tanger in die Elbe mündet." Diese erste Erwähnung des Namens und der Burg ist für uns Anlass, ein Jubiläum in unserer Stadt zu feiern. Burg und Stadt haben die Stürme der Zeit überstanden. Große Teile der mittelalterlichen Befestigung, die Türme und Tore sind erhalten geblieben. Die Lage von Burg und Stadt hoch über den Ufern von Tanger und Elbe bietet einen einmalig schönen Blick über die Elbauen gen Osten. Mauer, Tore und Bürgerhäuser werden überragt von dem gewaltigen Bauwerk der Sankt Stephanskirche.
Die Stadt selbst mit ihren verwinkelten Gassen und Fachwerkhäusern, der Elbstrom und die unendlich erscheinenden Elbwiesen bieten Einwohnern und Besuchern ein tiefes Gefühl von Schutz und Geborgenheit und zugleich von unendlicher Weite.
Der Strom verbindet die Stadt via Hamburg mit der Welt. Die Glanzzeiten des 14. und 15. Jahrhunderts liegen lange zurück. Geblieben sind Stolz und Selbstbewusstsein der Bürgerschaft der Kaiser- und Hansestadt. Daran konnte auch der verheerende Brand von 1617, der mit dem Namen der unglücklichen Grete Minde verbunden ist, nichts ändern. Der industrielle Aufschwung begann im frühen 19. Jahrhundert. Der Gedanke der Denkmalpflege ist Gott sei Dank schon sehr frühzeitig in den Köpfen der verantwortlichen Bürger unserer Stadt eingezogen. So ist uns heute ein städtebauliches Erbe in die Hände gelegt, das es zu bewahren gilt.
Die finanziellen und materiellen Möglichkeiten nach der Wende im Jahr 1990 haben auch hier eine neue Qualität gesetzt. Heute präsentiert sich die Stadt Tangermünde in ihrem äußeren Erscheinungsbild so schön wie wahrscheinlich in den letzten eintausend Jahren nicht. Wir stehen symbolisch betrachtet auf den Schultern unserer Vorfahren. Ihr Werk wollen wir im Jahr 2009 besonders hervorheben. Möge der gute Geist einer 1000-jährigen Geschichte unsere Bürgerschaft und unsere Gäste im Jubiläumsjahr in einer besonderen Weise erfassen. Auf festen Mauern stehend schauen wir guten Mutes mit weltoffenem Blick in die Zukunft.



