Flanieren zwischen Stadt und Strom

Neues wassertouristisches Zentrum am Hafen


Beim Flanieren über die neue Hafenpromenade nehmen die romantischen Fotomotive kein Ende: Auf der einen Seite verläuft die rote Backsteinmauer mit dem Elbtor, über der sich majestätisch die Stadtsilhouette erhebt, auf der anderen Seite liegen das Wasser und die Auenlandschaft am Zusammenfluss von Elbe und Tanger.

Einst fuhren hier Schiffe nach Nordeuropa, England, Portugal, Südamerika und Asien ab, beladen mit Kohlen, Brennholz, Steinen, Zucker, Sirup, Kartoffeln und Getreide. Bis heute dient der Hafen als Winterquartier und bietet Schutz bei Eisgang, aber Waren werden nicht mehr verschifft. Dennoch begleitet maritimes Flair den Spaziergang. Die beste Aussicht auf die Stadt bietet der Weg von Süden nach Norden. Ein Getreidesilo aus den 1930er Jahren markiert den Eingang ins Hafengelände, gegenüber liegen die neuen Bootshäuser des Tangermünder Ruderclubs von 1906 und des Wassersportvereins. Mit Sport- und Serviceangeboten sind sie Teil des wassertouristischen Zentrums, das sich zwischen Stadtmauer und Hafenböschung entwickelt hat. Lange vernachlässigt, wurde dieses Areal in den vergangenen Jahren zu Tangermündes „Terrasse“ herausgeputzt.  Beim Schlendern besteht die Wahl zwischen einem grünen Pfad an der Mauer und der neuen Promenade direkt am Wasser. Dazwischen liegen ein Spielplatz, ein Festplatz für Konzerte und Raum für Sommergastronomie. Auf der Elbe legen Fahrgastschiffe in Richtung Magdeburg und Havelberg ab.

Unterhalb der Burg ankert das Restaurantschiff "Störtebeker", das 1974 in der Tangermünder Werft vom Stapel lief. Sie befindet sich noch immer an jener Stelle im Nordosten der Stadt, die sich1853 der Holländer Klaas Vuyk als Schiffsbauplatz aussuchte. Flusskreuzfahrt- und Fahrgastschiffe aus Tangermünde sind auf Elbe, Rhein und Donau unterwegs. Am "Störtebeker" mündet die Hafenpromenade in die ebenso reizvolle Elbpromenade. Seit einem internationalen Steinbildhauersymposium 1998 sind ihre Wiesen eine Kunstgalerie unter freiem Himmel. Die Spazierwege am Fluss sind zugleich die Strecke des Elberadweges. In Richtung Hämerten fährt er an jener Stelle vorbei, wo sich die alten Elbbrücken befanden. Die erste Brücke wurde 1933 eingeweiht und 1945 von der Wehrmacht gesprengt. Ihre Nachfolgerin verband von 1950 bis 2003 die beiden Ufer. Unweit ihres früheren Standortes überspannt heute ein modernes Bauwerk den Strom.

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